Selbstverteidigungskurse für Mädchen und Frauen im TATORT - Zentrum ULM

Selbstverteidigung für Frauen

Am 8.,15. und 22. Oktober fanden erstmals Selbstverteidigungskurse im Rahmen des Gesundheitsprogramms des Mädchen- und Frauenladens „Sie'ste" im TATORT-Zentrum statt. Gefördert wurden die Kurse vom Bundesprogramm „Demokratie leben!" und der Stadt Ulm.

An den drei Nachmittagen trainierten jeweils sieben Mädchen und Frauen für zwei Stunden Selbstbehauptung und grundlegende Techniken zur Selbstverteidigung.

  Zu Beginn sprachen wir über Situationen, in denen wir uns eventuell verteidigen müssen sowie darüber, was Selbstbehauptung und Selbstverteidigung bedeuten und welche Einstellung ich zu meinen Aktionen entwickeln muss, um effektiv gegen Angreifende vorzugehen. Nun war es an der Zeit, in die Praxis einzusteigen: Am ersten Termin übten wir, persönliche Räume wahrzunehmen und diese auch zu beanspruchen, betrachteten das Thema Körpersprache und übten lautes Schreien sowie Tritte und Schläge auf Pratzen. Da alle Teilnehmerinnen auch mal die Pratzen für die anderen halten konnten, waren sie begeistert von der Kraft, die alle in den jeweiligen Situationen entwickelten und konnten Selbstwirksamkeit erfahren. Alle waren sich schnell klar: selbst den schwächsten dieser Tritte oder Schläge möchte man ohne Polsterung nicht abbekommen!

Nach der Wiederholung der Übungen der vergangenen Woche stand am zweiten Termin die Selbstverteidigung gegen Griffe im Zentrum. Die Teilnehmerinnen lernten die Verteidigung gegen Fassen mit einer Hand, mit zwei Händen, Fassen am Revers oder auch gegen Würgen und das Drücken an die Wand. Alle Techniken wurden dann auch noch mit alltäglichen Selbstverteidigungshelfern wie einem Stift oder dem Handy geübt, um die Wirkung auf die Angreifenden zu verstärken. Die Übungen waren trotz aller Ernsthaftigkeit auch immer mit viel Spaß verbunden. Die Teilnehmerinnen zeigten großes Interesse, stellten viele Fragen und durch die kleinen Gruppen konnte ich mit jeder von ihnen die Übungen mehrmals durchführen und immer wieder Tipps geben. Am Ende hatten wir sogar noch Zeit, in die Verteidigung gegen einen Schwinger einzusteigen, was am dritten Termin weitergeführt werden sollte.

Der letzte Termin diente vor allem der Wiederholung und Festigung der bisher erlernten Techniken. Wir gingen alle einzelnen Übungen nochmal durch und konnten weiter an der Ausführung und Effektivität feilen. Es wurden viele Fragen beantwortet und ich konnte mir erneut Zeit für alle Teilnehmerinnen und die Durchführung der Techniken nehmen.
Den Abschluss bildete ein Parcours, in dem die Teilnehmerinnen das bisher Gelernte unter Stress anwenden mussten. Jede durchlief drei Runden mit fünf Stationen: In der ersten Station musste gegen ein Polster geschlagen und „Hau ab!" geschrien werden, bis die Angreiferin an die Wand zurückgedrängt wurde. Dort lauerte gleich die nächste Angreiferin, um die Teilnehmerin an die Wand zu drücken, bevor sie sich erneut gegen das Festhalten am Handgelenk oder am Revers verteidigen musste. In Station Nummer vier kam das Trittpolster zum Einsatz und Lowkicks wurden geübt. Die letzte Station war dann die Verteidigung gegen einen Schwinger mit anschließendem Kniestoß. Somit endete der Kurs sportlich und alle kamen nochmal ins Schwitzen.

Besonders zu erwähnen ist die tolle Atmosphäre, in der die Kurse stattfanden. Alle Frauen und Mädchen unterstützten sich bei den Übungen, feuerten sich an und halfen einander. Es war klar, dass alle mit gemeinsamen Zielen diesen Kurs besucht haben und dass sie diese auch gemeinsam erreichen wollten: Mehr Sicherheit gewinnen, sich selbst behaupten und sich gegen Angriffe zu verteidigen.

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